Chronik des Vereins

Über 80 Jahre Vereinsgeschichte, wie die des Hundesportvereins Düsseldorf -Wersten wiederzugeben, ist eine mühevolle Arbeit. Zumal durch mehrfachen Wechsel der Platzanlage und einen Krieg viele Unterlagen vernichtet wurden oder verloren gegangen sind. Auch sind unsere Mitglieder, die nach 1945 am Wiederaufbau mitgearbeitet haben, nicht mehr unter uns.

Nach dem ersten Weltkrieg bestanden in Düsseldorf zwei Gebrauchshundeverbände. Der erste Deutsche Polizeihundeverein e. V. und der Deutsche Reichsverband, beide 1912 gegründet.

Sportbegeisterte Polizeibeamte und Hundeführer aus Wersten und Holthausen fanden Freunde für diesen schönen Sport. Durch die Ausbildung ihrer Hunde auf dem freien Gelände an der Ickerswarder Strasse sowie Veranstaltungen in Benrath, Derendorf, Stoffeln und Oberbilk konnten viele Hundefreunde gewonnen werden. Als sich in Wersten und Holthausen mehrere Interessenten für diesen Sport meldeten, wurde beim Ersten Deutschen Polizeihundeverein e. V. im Jahre 1923 der Antrag gestellt, eine selbstständige Ortsgruppe  zu gründen. Diesem Antrag wurde stattgegeben. Im Oktober 1923 wurde die Ortsgruppe Holthausen-Wersten mit 12 Mitgliedern gegründet.

Die Gründungsversammlung fand im Lokal H. Trompeter, Burscheider Strasse 39, statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Johann Wessels, Holthausen, Alicestrasse, gewählt.

Nach Rücksprache mit dem Ziegeleibesitzer Heine, konnte das Ziegeleigelände an der Ickerswarder Strasse als Übungsplatz benutzt werden. Man begann mit dem Einrichten des Übungsplatzes, das erste Vereinsheim wurde gebaut mit den bescheidenen Massen von 4 x 6 Metern.

Der Zweigverein Holthausen-Wersten hielt im September 1924 die erste Prüfung ab. Die Sportsfreunde Tusch, Schubart und Wulst-Niehaus führten mit viel Erfolg. Siegerehrung und Preisverteilung fand nach der gut verlaufenden Prüfung im Vereinslokal H. Trompeter statt.

Der Zweigverein Holthausen-Wersten machte sich mit seinen Hundeführern in den Jahren vor dem Krieg durch schöne und grosse Erfolge einen guten Namen.

Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden die jungen Hundesportler eingezogen und die Hunde mussten ihren Dienst als Meldehunde bei der Wehrmacht verrichten. Dem Sportsfreund Rudolf Jörgens gelang es trotz aller widrigen Umstände den Verein am Leben zu erhalten.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Neuaufbau des Vereins begonnen. Wieder wurde der Übungsplatz auf dem Gelände einer Ziegelei, im sogenannten I-Bau an der Werstener Strasse, aufgebaut. Man begann mit dem Bau eines neuen Vereinshauses dort, wo heute der Tunnel am Werstener Kreuz ist. Man hatte gerade díe ersten Prüfungen bescheiden, aber mit viel Energie und Opfern erfolgreich hinter sich gebracht, da musste der Übungsplatz abermals geräumt werden. Dank besonderem Einsatz der Sportsfreunde Jörgens und Kubath, die bei der Firma Habes in Verhandlungen erreichen konnten, dass das Vereinshaus oberhalb des Baggerlochs (heute A46) wieder aufgebaut werden konnte.

Tage und Nächte wurden geopfert, um das neue Vereinsheim neu aufzubauen. Organisation war alles. Holz, Eisen, Zement sowie Einrichtungsgegenstände wurden von allen Mitgliedern besorgt, denn die nächste Prüfung wollte man unbedingt im Frühjahr 1949 durchführen.

1950 begann man bereits mit Erweiterungen des zu klein gewordenen Clubhauses.

Bei allen diesen Sorgen und Nöten wurde die Ausbildung nicht vernachlässigt. Erfolge der Jahre weisen es aus. 1952 führte der Sportsfreund J. Wiebusch auf der Kreisausscheidung und auf der Landesausscheidung in Mönchengladbach-Neuwerk. 1953 war Heinz Peschel für den Verein erfolgreich, er führte auf der Verbandssiegerprüfung in Göttingen.

Anlässlich des 30jährigen Bestehens richtete der Verein am 1.8.1953 die Kreisprüfung mit grossem Erfolg aus. Mitglieder des Vereins waren in den folgenden Jahren auf Veranstaltungen innerhalb und ausserhalb des Kreises mit guten Erfolgen vertreten. Peter Kirchen und Ernst Guhl führten für Wersten auf Kreis- und Landesausscheidungen. Erich Werle, Ernst Denner, Hans Nitsche, Weber Kurt Örtel vertraten den Verein auf vielen Plätzen oder Städtewettkämpfen. Bruno Baehr, der seine sportliche Laufbahn beim HSV Düsseldorf-Eller begann, vertrat Wersten 1973 auf der Kreisausscheidung in Düsseldorf-Bilk. Junge Hundeführer des Vereins eiferten den erfolgreichen Sportlern mit guten Leistungen nach. Selbst die Senioren des Vereins waren noch mit grossem Eifer dabei. Neben Johann  Junkers und Kurt Seegers standen auch die Hundeführerinnen Koslowski und Toni Kunik mitten im Vereinsgeschehen. Toni Kunik war über zehn Jahre Schriftführerin bei der Landesgruppe Nord-Rheinland.

Im Jahr 1982 erhielt der Verein kurzfristig die Aufforderung das Gelände zu räumen. Wir mussten dem Tunnelbau mit seinen Ausfahrten am Werstener Kreuz zum Wohle der allgemeinen Verkehrsberuhigung weichen.

Viele dachten damals, dass dies das endgültige Aus für Wersten bedeuten würde. Diese Existensbedrohung forderte den harten Kern der Mitglieder des Vereins wieder einmal zu ganz besonderen Leistungen heraus.

Dank nahestehender Sportsfreunde des Vereins sowie Gönnern, ist es wiederum gelungen einen Platz seitens der Stadt zugewiesen zu bekommen. Die Ratsherren Helmut Ketzer und Hans Mallmann setzten sich sehr für uns ein. Fritz Sellheim, ein Sportsfreund, der dem Werstener Hundeverein stets sehr verbunden war, wusste sich mit den entsprechenden Behörden auseinanderzusetzen. Helmut Laufer, nach dem das heutige Vereinsheim benannt ist, ist auch nicht zu vergessen. Viele Mitglieder, zu denen auch Einige der heute noch stets präsenten Sportsfreundinnen und Sportsfreunde gehören, opferten nicht nur Zeit, sondern auch beträchtliche Summen, um am Aufbau der Platzanlage mitzuarbeiten.

Endlich im Jahr 1987 war es soweit. Anlässlich der Herbstprüfung am 12.9.1987 konnte die Platzanlage eingeweiht werden und das 60jährige Vereinsbestehen nachträglich gefeiert werden.

Danach ging es langsam aber sicher weiter bergauf. Weitere Arbeiten am Vereinsheim folgten. Bereits 1990 konnte der Verein wieder eine Kreisausscheidung ausrichten. Peter Clages mit seinem Cai konnte den Werstener Verein hierbei vertreten.

1991 richtete der Verein die Landesmeisterschaft auf der Bezirksportanlage in Düsseldorf -Eller aus.

1994 dann wieder eine Kreismeisterschaft, auf welcher Andreas Busch und Renate Krischer für den Verein starteten.

In der Zwischenzeit vertraten eine Reihe von Hundeführern den Werstener Verein auf kleinen und grossen Prüfungen, nahmen mit ihren Hunden teilweise sehr erfolgreich an Pokalkämpfen teil und führten auf Kreis- und Landesausscheidungen der Schutz- und Fährtenhunde sowie auf Deutschen Meisterschaften. Neuzugänge von leistungsorientierten Sportsfreunden verstärkten die sportliche Truppe mit ihren Hunden genauso wie Jene, die einfach nur Spass am Hund haben und im Kreise Gleichgesinnter ihren Hunden die Möglichkeit einer guten Erziehung geben wollen oder auch danach bei einem Gläschen über Gott und die Welt klönen möchten. Auf etlichen Prüfungen und Pokalkämpfen im Raum Düsseldorf oder auch darüber hinaus führten die Sportsfreunde.

In der Zwischenzeit fanden die Taubenfreunde ihren Einsatzplatz auf unserem Vereinsgelände. Hunde- und Taubenfreunde haben sich nach ersten argwöhnischen Beäugen auf ein gutes Miteinander eingestellt. Leider hatte der Taubenverein mit Nachwuchssorgen zu kämpfen, so dass dieser sich zum Jahresende 2008 aufgelöst hat. Für die vielen Jahre angenehmen Miteinanders möchten wir uns an dieser Stelle bei den Taubenfreunden bedanken.

1993 wurde der jeweils im Juni stattfindende Mannschaftspokalkampf eingeführt, jeweils am ersten Wochenende im Dezember findet die traditionelle Nikolausprüfung statt. Gemeinsam mit Freunden aus der Kreisgruppe Düsseldorf können unsere Hundeführer diese Veranstaltungen immer zu einem kleinen Fest des Hundesports machen, sei es draussen auf der Platzanlage oder abends in gemütlicher Runde. Schlechtes Wetter, hart richtende Leistungsrichter, fusskranke Fährtenleger, eine Gruppe, die schon mal schläft, stolpernde Figuranten, unfähige Prüfungsleiter, angebrannte Koteletts, warmes Bier und kalter Kaffee, viel zu hohe Preise und was wir sonst noch in Bierlaune zu schimpfen haben, können den Erfolg der Veranstaltungen nicht schmälern.

Der sommerliche Pokalkampf ist zwischenzeitlich mit der im Dezember stattfindenden Nikolausprüfung zusammen gelegt worden. Diese Veranstaltung ist in der Region Düsseldorf immer wieder ein beliebter Abschluss des Hundesportjahres. Sportfreunde treten dort in der Begleithundeprüfung an, in der Fährtenhundprüfung oder legen VPG-Prüfungen ab, teilweise mit dem Ziel eine Qualifikation für die nächste Landesmeisterschaft zu erreichen. Darüber hinaus starten Teams oder Einzelstarter im Mannschaftspokalwettstreit, um in Unterordnung und Unterordnung unter Belastung ihr Können zu beweisen.

Die Ausbildung im Gebrauchshundesport hat sich zwischenzeitlich sehr gewandelt, wurde früher noch mit der Hauruckmethode einem Hund Gehorsam nahe gebracht, werden nunmehr gezielt Methoden zur Förderung der Motivation des Hundes eingesetzt, damit es Mensch und Hund Spaß macht und sie zu einem harmonischen Team zusammen wachsen. Wissenschaftliche Erkenntnisse über Lerntheorien (z.B. Dr. Esther Schalke TiHo Hannover, Dr. Barbara Schöning u.a.) fliessen in die Ausbildung genauso ein, wie Trainingskonzepte sehr erfolgreicher Hundesportler wie Knut Fuchs oder Peter Scherk, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Teilnahme unserer Ausbilder, Schutzdiensthelfer und Hundeführer an interessanten Seminarangeboten wird dabei seitens des Vereins sehr gefördert. Dies macht den Sport mit dem Hund noch interessanter, neben Spaß und Freude mit dem Hund, wird man auch als Hundeführer sehr gefordert, an sich selbst zu arbeiten. Dabei werden insbesondere Konzentrationsfähigkeit, Ausgeglichenheit, Einfühlungsvermögen, Konsequenz und Mitdenken des Hundeführers verlangt. Wenn man an sich selbst arbeitet, klappt es dann auch in der Ausbildung mit dem Hund viel besser.


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